Warum Sommerfrische?

Aus der Stadt raus aufs Land

Während der 1920er Jahre entwickelte sich der Begriff Sommerfrische. Der Adel fuhr zum Urlaub in seine Sommerresidenz auf dem Lande und die Städter suchten Ruhe und Erholung in der Natur. Groß in Mode waren romantische Picknicks im Grünen.
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Nicht nur für den Adel

Im Wörterbuch der Brüder Grimm wird der Begriff Sommerfrische definiert als „Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit“ oder „Landlust der Städter im Sommer“. Das Wort Sommerfrische bezeichnet also sowohl die jahreszeitliche Übersiedlung aus der Stadt auf das Land als auch den Zielort. Es ist die Zeit, in der man die Arbeit ruhen lässt und etwas unternimmt.
Eine Sommerresidenz zu haben, war beim Adel üblich. Seit der Industrialisierung ging, durch den Eisenbahnbau begünstigt, der Brauch der Sommerfrische auf das gehobene Bürgertum über. Wer sich keinen eigenen Sommersitz leisten konnte, quartierte sich in Gasthäusern oder Privatquartieren ein.

Aufkeimender Tourismus

Zur Unterkunft kamen später die örtlichen Unterhaltungsangebote für die Sommergäste, auch Sommerfrischler genannt, hinzu. Das vorher unbekannte Freibaden an Seen wurde ein beliebtes Freizeitvergnügenen, ebenso wie Wandern oder Bergsteigen. So sind Sommerfrische und der beginnende Tourismus eng miteinander verbunden. Nach und nach entstanden Highlights wie um 1930 ein Freibad an der Meuschkensmühle und später der Mühlen-Miniaturpark an der Robertsmühle.

Sommerfrische im Mühltal

Auch die Geschichte der Sommerfrische im Mühltal ist in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück zu führen. Im Jahre 1901 wurde eine durchgängige Fahrstraße gebaut und das Mühltal wandelte sich vom Arbeits- zum Erholungsort. Damit hielt auch die Sommerfrische Einzug. Immer mehr Mühlen boten dafür Gästezimmer und eine gastronomische Versorgung an. Alle Mühlen bergen ihre eigene Jahrhunderte alte Geschichte und empfangen den Besucher mit typischer Thüringer Gastlichkeit. Das Angebot der Mühlen ist vielseitig und jede einzelne besticht durch ihren individuellen Charme. Ob Pension, Hotel oder doch ein Ferienbungalow, die Übernachtungsmöglichkeiten sind vielfältig.